Sunmix EVO6 – Mein Testbericht

Ende letzten Jahres bekam ich die Gelegenheit, die Sunmix EVO6 für eine Weile zu testen – das habe ich natürlich in Anspruch genommen. Bislang knete ich auch mit einem Spiralkneter und erwartete wenig Überraschendes. Spiralkneter halt. Die ganzen integrierten Features wie das integrierte Thermometer, die Beleuchtung der Schüssel und das Touchdisplay waren für mich eher Marketing und Spielereien als wirklich nützliche Helfer. Dachte ich.

Der erste Eindruck

Da kam sie also, die EVO6. Sie kommt richtig gut verpackt in passgenauen Styropormulden. Ausgepackt ist sie eine richtige Augenweide mit dem glänzend schwarzen Lack am Kopfteil und der wirklich astreinen Verarbeitung ohne scharfe Kanten oder klobige Schrauben. Sie ist unglaublich wertig verarbeitet und ist ein richtiger Hingucker in der Küche.

Effektives Kneten: BIGA mit 75% Hydration in Rekordzeit

Doch nur zum Ansehen ist sie nicht gemacht, also muss ein Teig geknetet werden. Also mache ich etwas Anspruchsvolles für die Maschine und verkneten BIGA mit einer angepeilten Hydration von 75%. Da war ich tatsächlich verblüfft – der BIGA war schneller verknetet als sonst und auch das nach und nach zugefügte Wasser wurde extrem schnell verknetet. Ein Blick in den Kessel offenbart den Grund: Die Abstände zwischen der Spirale, dem Teigbrecher und dem Schüsselrand sind so gering, dass sich nur ein Minimum an Zutaten der Knetenergie entziehen kann.

Clevere Features

Für das nächste Vorhaben habe ich ein Teigprogramm erstellt und nicht so kaltes Wasser genutzt, sodass ich sicher an meine manuell programmierte Obergrenze von 24°C kam. Dann habe ich das Programm loslaufen lassen, ohne selbst einzugreifen. Siehe da, bei 24°C stoppte die Maschine und fragte mich, ob ich den Knetvorgang beenden will oder das Temperaturlimit ignorieren möchte – so ergeben für mich vorher eingestellte Knetprogramme Sinn. Denn Teig verhält sich ja immer mal anders und wenn ich ein Programm ohne Temperaturkontrolle einfach laufen lasse, laufe ich Gefahr, dass der Teig zu warm wird. Das ist hier nicht der Fall und die Kombination von Programm mit Zeiten kombiniert mit dem gleichzeitigen automatischen Temperaturlimit lassen die vermeintlich unnötigen Einzelgimmicks zu einem echten Vorteil werden.

Perfektes Dinkel-Kartoffel-Bier-Brot: Überraschend leicht zu handhaben!

Gespannt war ich aber auf mein Dinkel-Kartoffel-Bier-Brot. Dinkelmehl ist nicht sonderlich kleberstark und die Kartoffeln im Teig verringern die Bindung noch einmal zusätzlich. Hier habe ich hin und wieder mal die Herausforderung, dass der Teig am Ende doch etwas weniger gut als Pizzateig aus der Maschine kommt. Und das hat mich dann echt von den Socken gehauen: Der Teig kam ohne Reste in der Schüssel richtig straff aus der Maschine. Ich hatte geahnt, dass es besser würde, aber so habe ich diesen seit einem Jahr wöchentlich gemachten Teig noch nicht gesehen. Das finale Brot sieht aus wie jede Woche und war nicht besser – aber das Entnehmen des Teigs sowie das spätere Dehnen und Falten war mit dem wirklich starken Dinkelteig einfach viel angenehmer im Handling.


Luftige Burger Buns

Zwei weitere Teige habe ich mir dann noch vorgeknöpft: Einmal Burgerbuns mit der späteren Zugabe von Butter. Nicht übermäßig kompliziert, aber auch hier war alles im Nu verknetet.


Fazit

Als Resümee kann man sagen, dass alle gekneteten Teige auch in anderen Spiralknetern richtig gut funktionieren, aber diese Maschine für mich tatsächlich die Königin der Spiralkneter in Haushaltsgröße ist. Die Teige gelingen damit schneller und sind stabiler und im anschließenden Verarbeitungsprozess wirklich noch handschmeichelnder. Das habe ich borher so nicht erwartet.

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